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Versand gefährlicher Güter

Alles, was Sie wissen müssen.

Angesichts der Gefahren und Einschränkungen, die mit dem Umgang mit und dem Versand von Gefahrgut verbunden sind, ist ein klares Verständnis der folgenden Themen wichtig, um die Sicherheit Ihrer Hazmat-Pakete und der Personen, die mit ihnen umgehen, zu gewährleisten:

  • Was sind gefährliche Güter?
  • Was Sie für den Versand gefährlicher Güter tun müssen
  • Sonderfälle beim Versand verschiedener Arten gefährlicher Güter
  • USPS: Neue Hazmat-Versandstandards
  • Folgen bei Nichteinhaltung
  • Carrier-Ressourcen

Was sind gefährliche Güter? 

Laut dem Dangerous Goods Regulations (DGR) Manual der International Air Transport Association (IATA) sind „gefährliche Güter (auch als Gefahrstoffe oder Hazmat bezeichnet) Gegenstände oder Stoffe, die eine Gefahr für Gesundheit, Sicherheit, Eigentum oder die Umwelt darstellen können.“ Da diese Produkte eine ernsthafte Gefahr darstellen und ein hohes Maß an Sorgfalt und Aufmerksamkeit erfordern, ist es wichtig zu wissen und erkennen zu können, was ein gefährliches Gut ausmacht.

Im Folgenden einige Beispiele für Gefahrgut:

  • Aerosol-Spraybehälter
  • Munition und Schießpulver
  • Kohlendioxid-Kartuschen und -Flaschen
  • Trockeneis
  • Kraftstoffe
  • Feuerzeuge und Streichhölzer
  • Lithiumbatterien
  • Sauerstoffflaschen
  • Rauchmelder
  • Holzschutzmittel

Dies ist nur eine kurze Auswahl an Beispielen; es gibt viele weitere gefährliche Güter als die oben aufgeführten.

Das Department of Transportation (DOT) regelt den Transport von Materialien in den Vereinigten Staaten (USA). Die spezifischen Vorschriften des DOT legen fest, was auf die Liste der Gefahrgüter kommt, und bestimmen, wie jeder Aspekt des Gefahrgutversands durchzuführen ist. Die Voraussetzungen und der gesamte Prozess für den Versand eines gefährlichen Guts mögen übertrieben erscheinen, doch diese Vorgaben sind notwendig, um den ordnungsgemäßen und sicheren Transport gefährlicher Produkte zu gewährleisten.

Was Sie für den Versand gefährlicher Güter tun müssen 

Wichtig
  • Wenn Sie Waren international oder im Inland versenden, liegt es in Ihrer Verantwortung zu wissen, ob diese Produkte als Hazmat eingestuft sind, und deren Gefahren angemessen über Etiketten, Markierungen und Versandpapiere zu kommunizieren.
  • Für den Versand von Gefahrgut ist eine Gefahrgutschulung erforderlich. Diese Schulung ist notwendig, weil viele Menschen nicht wissen, wie man Gefahrgut erkennt und welche Prozesse für die sichere Handhabung, den sicheren Versand und die sichere Zustellung gefährlicher Güter erforderlich sind. Erfahren Sie mehr über die Gefahrgutschulung.

Inlandsversand in den USA

Title 49 des Code of Federal Regulations (CFR) enthält die Vorschriften des Department of Transportation für den Transport von Gefahrgut über das US-Straßennetz. Für den Inlandsversand von Hazmat in den USA sind folgende Schritte erforderlich:

  • Bestimmen Sie, ob ein Verbraucherprodukt gefährlich ist oder nicht.

    • Suchen Sie das vom Hersteller erstellte Sicherheitsdatenblatt (Safety Data Sheet, SDS). Das SDS, früher als Material Safety Data Sheet (MSDS) bezeichnet, finden Sie in der Regel auf der Website des Herstellers oder über eine Suche nach dem Produktnamen in Verbindung mit „SDS“ oder „MSDS“.
    • Das SDS enthält eine Transport-Gefahrenklassifizierung für das Produkt mit einer vierstelligen Identifikationsnummer (ID), einer ordnungsgemäßen Versandbezeichnung, der Gefahrenklasse und der Verpackungsgruppe des Produkts.

Zonos-Grafik mit der Gefahrgut-Tabelle

  • Nutzen Sie die Angaben im SDS, um die Gefahrgut-Tabelle (oben abgebildet) korrekt auszufüllen.

    • Die Klasse oder Unterklasse eines Produkts bestimmt die Anforderungen an Verpackung, Markierung, Kennzeichnung und Versandpapiere.
  • Verpacken, markieren und kennzeichnen Sie Ihre gefährlichen Güter.

    • Verpackung: Je nach Material und Menge, die Sie versenden möchten, kann eine Performance-Verpackung bzw. eine Verpackung nach dem Standard der Vereinten Nationen (UN) erforderlich sein. Eine UN-Verpackung zeigt an, dass die Verpackung von einer durch die Pipeline and Hazardous Materials Safety Administration (PHMSA) zugelassenen Stelle geprüft und zertifiziert wurde. Die PHMSA hat einen Leitfaden erstellt, mit dem sich Markierungen auf Performance-Verpackungen erkennen und verstehen lassen. Befolgen Sie unbedingt alle Vorschriften und Anweisungen des Herstellers.
    • Markierung und Kennzeichnung: Bringen Sie die erforderlichen Gefahrenetiketten an Ihrem Paket an. Dazu können die Angaben des Absenders, die ID-Nummer und/oder Etiketten der Gefahrenklasse gehören.
  • Arbeiten Sie mit dem Carrier Ihrer Wahl zusammen.

    • Sie sollten mit Ihrem Carrier in Kontakt stehen, um sicherzustellen, dass alle Angaben korrekt sind, und um zusätzliche Anforderungen des Carriers zu prüfen. So stellen Sie die schnelle und sichere Ankunft Ihres Pakets sicher.

Internationaler Versand

Die International Air Transport Association (IATA) ist der Branchenverband der Fluggesellschaften weltweit und arbeitet eng mit der International Civil Aviation Organization (ICAO) zusammen, um Vorschriften für den internationalen Versand von Gefahrgut bereitzustellen. Für den internationalen Versand von Hazmat sind folgende Schritte erforderlich:

  • Gefährliche Güter für den Versand identifizieren, vorbereiten und deklarieren.

    • Identifizierung: Die Identifizierung und die Unterlagen für internationale Gefahrgutsendungen sind deutlich umfangreicher als im Inland.
    • Vorbereitung: Das Paket muss angemessen für den Transport vorbereitet werden. Dazu gehören alle Schritte aus dem vorherigen Abschnitt (Inlandsversand in den USA).
    • Deklaration: Absender müssen eine Dangerous Goods Declaration (unten abgebildet) ausfüllen, die bestätigt, dass die Sendung gemäß den DGR der IATA gekennzeichnet, verpackt und deklariert wurde.
  • Die Gefahrgut-Checkliste muss von einem Operator ausgefüllt werden. Der Operator bzw. Carrier ist für den Transport der Güter an ihren Bestimmungsort verantwortlich.

    • Ein Operator verwendet die Gefahrgut-Checkliste, um sicherzustellen, dass die Einreichung des Absenders den DGR entspricht.
  • Operatoren sind dafür verantwortlich, Gefahrgutpakete auf ihre jeweiligen Lkw, Schiffe oder Flugzeuge zu verladen, um einen ordnungsgemäßen Transport sicherzustellen.

    • Beim Verladen ist es entscheidend, bestimmte gefährliche Güter getrennt voneinander zu lagern und zu verladen. Gefährliche Güter dürfen niemals neben Lebensmitteln gelagert oder versendet werden. Der Operator muss die Sicherung des Pakets zusammen mit den anderen versendeten Artikeln bestätigen. Dies ist unerlässlich, damit sich die Pakete während des Transports nicht verschieben, was zu beschädigten Paketen oder Schlimmerem führen kann.
Weitere Informationen zur IATA

Die IATA stellt eine deutlich ausführlichere Liste bereit, wie Sie alle für den Versand gefährlicher Güter erforderlichen Verfahren durchführen.

Sonderfälle beim Versand gefährlicher Güter 

IATA-Verweise

Alle unten genannten Verweise auf IATA-Abschnitte oder -Anweisungen finden Sie hier.

Es gibt mehrere Sonderfälle bei gefährlichen Gütern, für die entweder weitergehende oder weniger Vorschriften gelten. Zu diesen Varianten gehören De-minimis-Mengen, Verbraucherwaren (Consumer Commodities), begrenzte Mengen (Limited Quantities), freigestellte Mengen (Excepted Quantities) sowie ansteckungsgefährliche Stoffe wie Trockeneis und Lithiumbatterien. Diese Varianten bestimmen die jeweiligen Versandanforderungen und werden im Folgenden ausführlicher erläutert.

De-minimis-Mengen

De-minimis-Mengen bezeichnen in diesem Fall die Schwellenmenge an Gefahrgut in einer Sendung. Liegt eine Hazmat-Ware unter der De-minimis-Schwelle (1 ml bei Flüssigkeiten und 1 g bei Feststoffen je Innenverpackung), können abweichende Versandbedingungen gelten, die Sendung muss jedoch vom Absender korrekt identifiziert werden. Erfüllt die Hazmat-Sendung die folgenden Bedingungen, unterliegt sie anderen Vorschriften:

  • Sie muss gemäß IATA 2.6.10 versendet werden.
  • Die maximale Nettomenge des Stoffes je Innenverpackung ist auf 1 ml/~0,033 fl oz. bei Flüssigkeiten und 1 g/~0,035 oz. bei Feststoffen begrenzt.
  • Die Bestimmungen der Abschnitte 2.6.5 und 2.6.6 sind erfüllt.
  • Die maximale Nettomenge gefährlicher Güter je Versandstück überschreitet nicht 100 ml/~3,38 fl oz. bei Flüssigkeiten und 100 g/~3,53 oz. bei Feststoffen.

Verbraucherwaren (Consumer Commodities)

Verbraucherwaren sind Gefahrstoffe, die in einer für den Einzelhandelsverkauf bestimmten oder geeigneten Form verpackt sind. Im Inland versendete Verbraucherwaren fallen gemäß den Vorschriften des U.S. DOT unter die Klasse Other Regulated Material (ORM-D). International versendete Verbraucherwaren fallen unter Klasse 9 (Verschiedenes – erfüllt nicht die Kriterien einer anderen Klasse).

Sendungen mit Verbraucherwaren müssen:

  • bei Inlandssendungen eine rechteckige ORM-D-Markierung bzw. bei Inlandssendungen per UPS Air oder USPS die Markierung „ORM-D Air“ tragen
  • bei internationalen Sendungen ein Gefahrenetikett der Klasse 9 (Verschiedenes) tragen
  • die Verpackungsanweisung Y963 für Sendungen mit Verbraucherwaren einhalten
  • eine Markierung und Kennzeichnung als „consumer commodity“ tragen

Sendungen mit Verbraucherwaren sind ausgenommen von:

  • der Großzettel-Kennzeichnung (Placarding) von Lkw
  • einer unterzeichneten Absendererklärung für den Landtransport
  • UN-zugelassenen Verpackungen

Begrenzte Mengen (Limited Quantities)

Es gibt eine UN Dangerous Goods List mit mehr als 2.000 Einträgen der am häufigsten transportierten gefährlichen Güter. Spalte 7a der Liste gibt die Höchstmenge je Innenverpackung an, bis zu der Hazmat als Sendung in begrenzten Mengen gilt.

Sendungen in begrenzten Mengen müssen:

  • gemäß der Limited Quantity Provision in Unterabschnitt 2.7 versendet werden
  • mit dem Kennzeichen für begrenzte Mengen markiert sein
  • die Verpackungsanweisung Y963 für Sendungen in begrenzten Mengen einhalten.

Sendungen in begrenzten Mengen sind ausgenommen von:

  • UN-spezifizierten, bauartgeprüften Verpackungen
  • Hazmat-Markierungen
  • Gefahrenetiketten
  • Großzetteln (Placards)
  • Versandpapieren und Notfallinformationen (beim Lufttransport unabhängig von der Menge erforderlich).

Freigestellte Mengen (Excepted Quantities)

Spalte 7b der UN Dangerous Goods List enthält einen Code, anhand dessen sich die Höchstmenge je Innen- und Außenverpackung für Hazmat-Artikel bestimmen lässt, die als Sendung in freigestellten Mengen gelten.

Sendungen in freigestellten Mengen müssen:

Sendungen in freigestellten Mengen sind ausgenommen von:

  • Gefahrgutmarkierungen
  • Gefahrgutkennzeichnungen
  • Gefahrgutdokumentation
  • den regulären Verladevorschriften für Gefahrgut

Ansteckungsgefährliche Stoffe

Ansteckungsgefährliche Stoffe sind Stoffe, die Mikroorganismen enthalten, von denen bekannt ist oder vernünftigerweise anzunehmen ist, dass sie bei Menschen oder Tieren Krankheiten verursachen. Für den Versand ansteckungsgefährlicher Stoffe gelten besondere Vorgaben. Die Stoffe müssen gemäß den IATA-Anweisungen 3.6.2 versendet werden.

  • Trockeneis, das allein als Kühlmittel versendet wird: Verwenden Sie die IATA-Verpackungsanweisung 954.
  • Lithiumbatterien: Lithiumbatterien sind zwar eine beliebte Energiequelle, zugleich aber gefährliche Güter, die gemäß den Transportvorschriften vorbereitet werden müssen.

USPS: Neue Hazmat-Versandstandards 

  • Der Postal Service hat am Montag, dem 6. Juni, vorläufig neue Versandstandards für Hazmat erlassen. Diese Versandstandards schreiben die Trennung von Hazmat in der Post vor. Die Regeln treten sofort in Kraft, sehen jedoch eine 30-tägige Kommentierungsfrist vor; USPS wird die Rückmeldungen prüfen und bei Bedarf Änderungen umsetzen. Die neuen Anforderungen finden Sie in der vollständigen Federal Register notice.
  • Alle gewerblichen Versender, die mit Hazmat umgehen, müssen gefährliche von nicht gefährlichen Sendungen trennen und Hazmat in einem separaten Behälter einliefern – Hazmat muss sich in einem eigenen Behälter befinden.
  • Lithiumbatterien in gebrauchten, beschädigten und defekten elektronischen Geräten müssen auf dem Landweg befördert werden; aufgrund der damit verbundenen Risiken sind sie auf Linienflügen nicht mehr zugelassen.

Hinweis: Nur gebrauchte, beschädigte oder defekte elektronische Geräte mit Lithiumbatterien müssen auf dem Landweg befördert werden. Die Regelung gilt nicht für neue Mobiltelefone, die von den Originalherstellern oder deren autorisierten Händlern versendet werden. Die üblichen Regeln, etwa Kennzeichnungspflichten oder -ausnahmen für diese Geräte, bleiben bestehen.

  • USPS gewährt eine Übergangsfrist von 90 Tagen, bevor die neuen Standards umgesetzt werden müssen; nach Ablauf dieser Frist werden Konsequenzen durchgesetzt. USPS möchte partnerschaftlich mit allen Beteiligten zusammenarbeiten; wer jedoch nicht in gutem Glauben handelt, muss mit einer strengeren Behandlung und Prüfung durch den Inspection Service rechnen.
  • USPS arbeitet in den nächsten sechs bis sieben Monaten an weiteren Änderungen und Regeln rund um Gefahrstoffe und Sicherheit, vor allem zu Service Type Codes (STC) im Intelligent Mail Parcel Barcode und zu Paketen, die an Postschaltern eingeliefert werden.

Folgen bei Nichteinhaltung 

Zivilrechtliche Strafen

Gemäß Abschnitt 107.329 von Title 49 CFR kann gegen eine Person, die wissentlich gegen eine Anforderung des Bundesgesetzes über den Transport gefährlicher Güter verstößt oder ein vergleichbares Vergehen begeht, eine zivilrechtliche Strafe von bis zu 84.425 USD verhängt werden. Bei Verstößen, die zu Tod, schweren Verletzungen, schwerer Erkrankung oder erheblicher Sachzerstörung führen, beträgt die maximale zivilrechtliche Strafe jedoch 196.992 USD. Die Mindeststrafe bei Schulungsverstößen beträgt 508 USD. Hält der Verstoß an, gilt jedes einzelne Auftreten als gesonderter Verstoß.

Strafrechtliche Sanktionen

Gemäß Abschnitt 107.333 von Title 49 CFR kann gegen eine Person, die wissentlich gegen eine Anforderung des Bundesgesetzes über den Transport gefährlicher Güter verstößt oder ein vergleichbares Vergehen begeht, eine strafrechtliche Sanktion in Höhe der maximalen zivilrechtlichen Strafen (vorheriger Absatz) sowie zusätzlich eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren verhängt werden. Führt der Verstoß zur Freisetzung von Gefahrgut und hat er Tod oder Körperverletzung zur Folge, beträgt die maximale Freiheitsstrafe zehn Jahre.

Um diese Strafen zu vermeiden, beachten Sie beim Versand von Hazmat die gesetzlichen Anforderungen, die CFR und IATA im Abschnitt Schulung und Verantwortlichkeiten klar festlegen.

Carrier-Ressourcen 

Während des gesamten Prozesses der Vorbereitung und des Versands gefährlicher Güter sollten Absender in engem Kontakt mit ihren Carriern stehen. So wird sichergestellt, dass alle Angaben korrekt sind und zusätzliche Anforderungen erfüllt werden. Carrier unterstützen die sorgfältige und sichere Ankunft gefährlicher Güter. Im Folgenden finden Sie verschiedene Carrier-Ressourcen zum Hazmat-Versand:

  1. FedEx: How to Ship Dangerous Goods | FedEx
  2. UPS: Guide for Transporting Hazardous Materials and Goods | UPS
  3. DHL: Dangerous Goods | DHL Global Forwarding
  4. USPS: Hazardous, Restricted, and Perishable Mail | Postal Explorer

Zusammenfassung 

Mit gefährlichen Gütern ist nicht zu spaßen. Die Gefahr, die von ihnen ausgehen kann, ist real, und die Höhe der Strafen spiegelt das wider. Die Bedeutung der Einhaltung der Vorschriften des Department of Transportation und der International Air Transport Association kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden.

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